John Pickard

Sixteen Sunrises • Symphony No. 5 • Concertante Variations

John Pickard

BIS 2261

1 CD/SACD stereo/surround • 63min • 2016

Dies ist die nunmehr vierte CD mit weitgehend groß besetzten Orchesterwerken von John Pickard bei BIS (darunter eine vorzügliche für Blasorchester), und es ist erfreulich, dass dieses audiophile Label, das sich früher überwiegend vernachlässigtem Repertoire widmete und in seinem Backkatalog unzählige Ersteinspielungen, teils innerhalb umfangreicher Anthologien vernachlässigter Meister, aufweist, dass dieses Label sich heute wenigstens – neben Kalevi Aho, der gerade seine 17. Symphonie vollendet hat – noch eines hochkarätigen Zeitgenossen annimmt, von dem in einigermaßener Regelmäßigkeit neue Veröffentlichungen zu erwarten sind.

Der Engländer John Pickard, Jahrgang 1963, ist einer der wenigen wirklich hochkarätigen Meister unserer Zeit, bei dem wir den Begriff ‚Symphonie’ dem hohen Gattungsanspruch entsprechend ernst nehmen dürfen. Sein Komponieren ist tatsächlich ‚symphonisch’ – im Gegensatz zu ‚episodisch’ aneinanderreihend –, also zusammenhängend verflochten und auf einen schlüssigen Gesamtzusammenhang ausgerichtet. Da er zugleich eigene, unabhängige Wege verfolgt und mit großer Kenntnis der instrumentalen Ressourcen seine reiche Klangppalette exploriert, ist das natürlich keine sichere Sache, sondern stets ein neues Abenteuer, bei dem ich besonders erfreulich finde, dass Pickard kein Chamäleon ist, das sich mit jedem neuen Werk komplett neu zu erfinden sucht, sondern durchaus einen sehr brillanten, kombinatorisch subtilen und bei aller Komplexität in den Details auch für den nicht spezialisierten Hörer einen narrativ mitvollziehbaren Bogen spannenden Personalstil pflegt, der zwar voller Überraschungen steckt – gerade auch hinsichtlich der angestoßenen Dynamik der Großform –, jedoch in seiner aufrichtigen Kontinuität wiedererkennbar ist. Mit anderen Worten: er erliegt nicht den Verführungen der Technik, über die er verfügt, und verzettelt sich nicht in stilistischen Collagen und Fusionen. Das Neue liegt im geistigen Aspekt, nicht in der Zurschaustellung des Materials.

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